Enterprise Architecture Management ist wahrlich nichts Neues. Oft kann man als Berater den Eindruck gewinnen, dass es in den Organisationen geradezu aus der Mode gekommen ist, ernsthaft über die Chancen und Möglichkeiten eines ausgewachsenen EAM zu reden. Die Vorwürfe lauten: „zu starr", „zu langsam", „zu teuer", „zu IT-lastig" und dergleichen mehr.

Tatsächlich ist es in Organisationen zu beobachten, dass vor Jahren erste Erfahrungen mit TOGAF und Co. gemacht wurden. Aber irgendwie hat es scheinbar nichts gebracht. Höchste Zeit für einen Relaunch. Damit der gelingen kann, möchte ich hier Grundsätze bzw. Richtlinien benennen, von denen ich behaupte, dass sie bei der Einführung von EAM helfen.

Sieben Grundsätze helfen!

Zur Etablierung bzw. beim Relaunch von EAM ist die Umsetzung von sieben Prinzipien hilfreich:

1. Prinzip: EAM ist zentral

Die Enterprise-Architektur sollte zentral etabliert werden. Als Teil der Unternehmenssteuerung ist sie weder nur IT noch nur Fachbereich, sondern eine übergreifende Stabsfunktion. Es ist durchaus möglich, neben einer zentralen Governancestruktur eine dezentrale Struktur zu etablieren.

2. Prinzip: Der Unternehmensarchitekt hat Richtlinienkompetenz

Der Enterprise-Architekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Operationalisierung von IT- und Geschäftsstrategie. Diesem Anspruch kann er aber nur gerecht werden, wenn er bei Architekturfragen Richtlinienkompetenz hat. Auf Basis von Empfehlungen kann Architektur nicht wirken.

3. Prinzip: Unternehmensarchitektur und Projekte arbeiten zusammen

Die Unternehmensarchitektur wünscht sich, dass Umsetzungsprojekte die Vorgaben achten. Dazu begleiten Vertreter der Unternehmensarchitektur die Architekturentwicklung in den Projekten. Die Anforderungen aus den Projekten führen auch zu Anforderungen an die Enterprise-Architektur.

4. Prinzip: Die Enterprise-Architektur erzeugt eine ganzheitliche Sicht auf Geschäft und IT

Grundsätzlich ist es der Anspruch des hier diskutierten Ansatzes, dem Business eine bessere IT-Unterstützung zu geben, um letztendlich gemeinsam einen höheren Wert zu erzielen. Darum ist eine Technologie- oder IT-getriebene Sicht nicht ausreichend.

5. Prinzip: Die Architekturvision gehört dazu

Eine Architekturvision enthält das Zielbild der Unternehmensarchitektur, das zu einem zukünftigen, aber absehbaren Zeitpunkt erreicht sein wird. Daran richten Umsetzungsprojekte ihre Zielsetzung aus.

6. Prinzip: Enterprise-Architecture-Management ist „Lean"

Die Unternehmensarchitektur ist so zu definieren, dass sie effizient ist und für alle Beteiligten messbaren Nutzen bringt. Überflüssiges ist dabei „über Bord" zu werfen.

7. Prinzip: IT- und Geschäftsstrategie sind die Basis für EAM

Wesentliche Ergebnisse der Unternehmensarchitektur sind von der IT- und der Geschäftsstrategie abgeleitet. Das EAM ist als Unternehmenssteuerungsfunktion hier zu verankern.

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