Architekturmanagement in der Digitaliserung
Was ist zu beobachten?
Digitalisierungszeiten sind VUCA-Zeiten
Passt Enterprise-Architektur in die VUCA-Zeiten?
Enterprise-Architecture in VUCA Zeiten
Eine an VUCA-Rahmenbedingungen angepasste Enterprise-Architektur-Funktion zeichnet sich u.a. durch ein geändertes Kollaborationsmodell, durch aktives Management technischer Schulden, durch Vorgabe passender Rahmenbedingungen sowie durch Lösungsorientierung aus.
Kollaboration
Enterprise-Architekten dürfen nicht in dem sprichwörtlichen Elfenbeinturm sitzen, sondern müssen Vorhaben aktiv unterstützen. Insbesondere in frühen Phasen sind Expertise und der Blick für das große Ganze erforderlich. Die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Domänen- und Lösungsarchitekten ist im Umsetzungsverlauf auf Unterstützung und Austausch ausgelegt. Enterprise Architekten arbeiten mit. Gerade in agilen Umgebungen wie SAFe ist die Zusammenarbeit notwendig.
Technische Schulden
In Digitalisierungsvorhaben wird vor dem Hintergrund einer notwendigen Umsetzungsgeschwindigkeit manchmal ein Lösungsweg gesucht, der zwar kurzfristig das jeweilige Vorhaben beschleunigt, langfristig aber gegen die Nachhaltigkeit von Unternehmensarchitektur verstößt. Die Kosten der Behebung sind in diesem Bild als Zinsen anzusehen. Die Unternehmensarchitektur muss einen Weg finden, um mit den technischen Schulden umzugehen. So können z.B. im Zusammenspiel mit dem Product Owner technische Schulden in Backlogs aufgeführt werden, um sie in nachfolgenden Sprints bzw. Releasetrains zu tilgen.
Vorgaben nur auf Makroebene / Anpassungen im Governance-Modell
Leitlinien und Prinzipien in Bezug auf Architektur sind ein wichtiges Instrument, um Vorhaben die Möglichkeit der EA-konformen Gestaltung zu geben, ohne die Lösungsfindung zu stark einzugrenzen. Wenn Leitlinien aus Geschäftszielen- und Strategie abgeleitet sind, sind sie besonders wirksam. In der Anwendung dieser Vorgaben sollten Ausnahmen möglich sein, aus denen sich technische Schulden ergeben. Weitere Vorgaben, die auf Makroebene wirken sind z.B. ein auf oberster Ebene festgelegtes Domänenmodell als Zielbild. Das Domänenmodell legt den Rahmen fest, in dem sich die Domänen entwickeln können. Die „Freiheitgrade“, in denen sich Domänen sich bewegen dürfen, sind sorgsam abzuwägen zwischen den Polen der „vollständigen Autarkie“ und „vollständiger Kontrolle“.
Lösungsorientierung
Enterprise-Architekten müssen in VUCA-Zeiten Vorhaben ermöglichen und lösungsorientiert unterstützen. Die Zielsetzung ist nicht, Innovation zu verhindern, sondern, wo möglich, in die Grundkonstruktion des Unternehmens zu integrieren. Dazu sind Lösungsmuster („Pattern“) ein Hilfsmittel: Ein Katalog gängiger Lösungsmuster kann ein Beschleuniger sein, der Projektteams hilft, schnell eine valide Lösung zu finden. Lösungsmuster basieren auf bewährten Erfahrungswerten und anwendungsfallbezogene Architekturstrukturen. Von den Enterprise-Architekten wird erwartet, dass sie sich dem Ziel, eine Lösung zu finden, partnerschaftlich unterordnen und weniger die Einhaltung übergeordneter Werte in den Fokus stellen.Neuer Text
Fazit
Das Spannungsfeld von Freiheit und Ordnung ist die Spielwiese eines modernen und an die VUCA-Anforderungen angepassten Enterprise-Architecture-Managements.







